Meinung

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So sind wir mittlerweile...

 

Alle raus. In Köln Deutz ging heute Nachmittag wenig bis nichts. Grund 10 Zentner. Oder 500 Kilogramm. Was in diesem Fall – zumindest gewichtsmäßig – dasselbe ist. Eine Fliegerbombe. Bei Bauarbeiten entdeckt. Von dem freundlichen Baggerfahrer mit der Schaufel aus der Baugrube geholt. Ups! Nicht ganz ungefährlich. Bombe in der Grube ist besser als neben den Schienen. Ende vom Lied. Im Umkreis von 500 Metern musste alles geräumt werden. Wir von RTL WEST auch.

 

Raus aus einem modernen Gebäude. In unserer Etage sogar ohne Fenster nach außen. Nur zu den Innenhöfen haben wir freie Sicht. Bescheidene Frage: „Früher, als die Bomben fielen, sollten alle in den Keller, im Haus. Heute sollen alle raus. Warum?“ Ist es im Haus nicht sicherer als draußen. Alle in den Keller hätte ich verstanden. Alle auf die Straße nicht. Aber, so wurde ich belehrt, ich bin ja auch kein Bombenexperte. Stimmt, bin ich nicht. Aber ich bin Experte in Sachen „gesunder Menschenverstand“. Egal.

 

Wir also alle raus und rein in den Kölner Tanzbrunnen. Eine Eventlocation. Jeder kennt den Geruch. Luft, die nach Bier und Essen duftet. Herrlich. Wo ist die Theke. Da. Aber unbesetzt. Kleine Frage. Können wir was zu Trinken bekommen. Ja, also äh... Ich weiß nicht... Mal sehen... To make al long story short. 45 Minuten später war die Theke fertig. Der Kaffee ready. Der Bombenentschärfer auch. Also, alle ready to go. Dummerweise ohne Kaffee.

 

Die Mitarbeiter taten mir leid. Auch wenn es soooo lange gedauert hat, die Theke aufzumachen. Aber sie haben die Zapfstelle für Kaffee wenigstens aufgemacht. Außerhalb der Öffnungszeiten. Zwar nicht schnell, aber flexibel. Meinen aufrichtigen Dank dafür. Kleiner Vorschlag für das nächste Mal: Warum nicht einfach aus der Not eine Tugend machen. Drei Euro für alles. Abgerechnet wird zum Schluss. Ich weiß: Geht nicht, offiziell. Alles muss gebucht, gebont, erfasst werden.

 

So sind wir mittlerweile...

 

Kleiner Nachtrag: So war zwar alles korrekt. Aber der Umsatz gleich Null! Nicht ganz. Ich fand das Verhalten der Mitarbeiter so toll. Da gab es einen dicken Schein. Als Dankeschön an Menschen, die sich was getraut haben. Und es gemacht haben. Wir brauchen mehr davon.